Freitag, 9. November 2012

USA: Kurse feiern Obamas zweite Amtszeit

Der zweite Wahlsieg Barack Obamas treibt die Kurse im europäischen Handel verhalten nach oben. Aktienkurse, Euro und Anleihen verzeichnen durchweg moderate Gewinne; Anleger zeigen sich vor allem erleichtert, dass eine Wiederholung des Szenarios aus dem Jahr 2000 ausblieb. Damals durfte George Bush junior sich wegen eines engen Wahlausgangs in Florida erst nach über einem Monat offiziell zum Präsidenten erklären, da defekte Wahlautomaten eine Nachzählung per Hand erforderlich machten. Das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen blieb zwar auch diesmal nicht aus, aber am Ende war das Ergebnis dann doch ganz schnell klar. Als der Nachrichtensender CNN um kurz nach fünf deutscher Zeit das vorläufige Ergebnis der Auszählung in Ohio, einem der wahlentscheidenden „swing states“ bekannt gab, erklärte das demokratische Lager die Wahl für entschieden. Zwei Stunden später musste auch Herausforderer Mitt Romney seine Niederlage eingestehen.

Positiv bewertet wird an den Märkten vor allem, dass der Status Quo erhalten bleibt. Obama ist eine bekannte Größe; die Grundzüge seiner Wirtschaftspolitik sind bekannt und damit berechenbar. Die Finanzmarktteilnehmer rechnen damit, dass bereits begonnene Trends sich fortsetzen; konkret erwartet wird eine weiterhin lockere Geldpolitik seitens Ben Bernanke und der Federal Reserve. Auf den Forex Märkten belastet dies zwar einerseits den Dollarkurs, unterstützt jedoch andererseits Investments wie Aktien und Rohstoffe, da diese auch bei hoher Inflationsrate als relativ krisensicher gelten. Einen Vorgeschmack darauf gab es bereits am Mittwochmorgen, als der Euro gegenüber dem Dollar auf 1,2870 Dollar anstieg.

Die erste große Herausforderung für den neuen, alten Präsidenten Obama wird nun die Umschiffung der sogenannten „Fiskalklippe“, eines der großen Schlagworte des Wahlkampfes. Gemeint ist damit der Streit um die Haulshaltskonsolidierung der USA. Zum Jahreswechsel drohen durch Gesetzesfristen mehrfach verlängerte Steuergeschenke auszulaufen; außerdem werden Einschnitte bei den Staatsausgaben fällig, die laut Experteneinschätzungen das Wirtschaftswachstum der USA um bis zu vier Prozentpunkte verlangsamen könnten. Aufgrund des Wahlkampfs und der grundsätzlich tiefen politischen Spaltung in Washington blieb die Fiskalklippe bisher ohne wirksame Gegenmaßnahme. Der wegen der republikanischen Mehrheit im Kongress als„schwach“ geltende Präsident hatte zwar mehrfach Lösungsansätze vorgestellt, war jedoch immer an der Blockadepolitik der Opposition gescheitert. Auch wenn Obamas Sieg letzten Endes deutlicher ausgefallen ist als von vielen im Vorfeld erwartet worden war, hat sich jedoch an der generellen Stimmenverteilung nicht viel geändert; nach wie vor regiert im Kongress eine republikanische Mehrheit. Sollten sich also beide Parteien nun wieder nicht einigen können, werden automatisch Staatsausgaben gekürzt und die Steuern erhöht, was die USA in eine neue Rezession stürzen könnte.

Insgesamt hat sich das Bild der amerikanischen Wirtschaft in den letzten Monaten jedoch verbessert. Die Arbeitslosenrate liegt wieder bei knapp unter acht Prozent, die Hauspreise erholen sich, die Verbraucher geben mehr aus und auch sonst zeigen alle wichtigen Indikatoren nach oben. Dennoch haben die amerikanischen Aktienmärkte am Donnerstag mit deutlichen Kursverlusten reagiert; sowohl der Dow Jones als auch der breiter gefasste S&P 500 verloren im frühen Handel über zwei Prozent. Auch hier ist die andauernde Unsicherheit über die weitere Fiskalpolitik der Regierung Obama zu spüren. Historisch betrachtet entwickeln sich die amerikanischen Aktienmärkte jedoch unter demokratischen Präsidenten besser als unter Republikanern – ironischerweise, da letztere gemeinhin als pro-wirtschaftlich gelten. Seit 1900 hat der Dow Jones unter demokratischer Herrschaft durchschnittlich um jährliche 7,8 Prozent zugelegt; der republikanische Anteil fiel mit drei Prozent deutlich geringer aus. Obwohl Barack Obamas Amtsantritt zeitlich inmitten eine globale Wirtschafts- und Finanzkrise fiel, sind die amerikanischen Aktienkurse seither um mehr als 50 Prozent gestiegen. Bis zur Wahl lag der Dow Jones 2012 um mehr als sieben Prozent im Plus.

Als Anleger können Sie von Präsident Obamas zweiter Amtszeit auf verschiedene Weise profitieren. Auf den Empfehlungslisten der Aktienstrategen stehen vor allem Aktien von Krankenhausbetreibern und Pharmaunternehmen, die dank des nun garantierten Fortbestehens von der Gesundheitsreform „Obamacare“ von der steigenden Zahl versicherter Patienten profitieren werden. Anleger konzentrieren sich außerdem auf Papiere von Unternehmen, die sich auf alternative Energien spezialisieren, sowie Baufirmen, die Nutznießer von staatlichen Initiativen zur Stützung des Häusermarktes sind. Als CFD Trader können Sie entweder direkt auf die Aktien dieser Unternehmen setzen, oder aber mit Sektor CFD auf die Kursgewinne von Branchen setzen, die sich nicht auf einen ganzen Index erstrecken. Bei einigen Online Brokern lässt sich mit CFDs auch direkt auf die Entwicklung von Hauspreisen setzen.

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Bitte beachten Sie, dass der Handel mit CFDs ein Risiko beinhaltet, und dass Verluste höher ausfallen können als der ursprüngliche Einsatz. Stellen Sie darum sicher, dass Sie alle mit dem CFD Handel verbundenen Risiken verstanden haben und einschätzen können.

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