Montag, 2. Juli 2012

Märkte nach dem Gipfel: Anleger setzen auf EZB

Die Hoffnung auf eine nachhaltige Konsolidierung der Eurozone hat die Kauflust an den Börsen erneut beflügelt. Nach der vergleichsweise depressiven Verstimmung der Märkte in der letzten Juniwoche war die Reaktion auf die Beschlüsse aus Luxemburg am Freitagmorgen schon fast euphorisch zu nennen. Der Dax legte am Freitag um fast vier Prozent zu, und auch der britische FTSE 100 trotzte den Skandalmeldungen aus der Barclays-Ecke und stieg um etwa zwei Prozent. Die gute Stimmung blieb auch am Montagmorgen erhalten; der FTSE ist mit guten 40 Punkten nach oben gestartet, der Dax notiert aktuell noch ein Plus von 1,19 Prozent und auch der Euro verteuerte sich leicht auf 1,2601 US-Dollar. Die Euphorie lässt sich vor allem durch die Unerwartetheit der Ergebnisse erklären, denn viel hatten sich Investoren vom 19. EU-Gipfel nicht versprochen. Merkels überraschende Entscheidung, von ihrem Maximalkurs abzuweichen und den Weg für entlastende Maßnahmen für Italien und Spanien freizumachen war also für die Börsianer Grund genug, wieder Hoffnung zu schöpfen.

Experten warnen jedoch vor allzuviel Optimismus. Auch wenn das keiner der beteiligten Regierungschefs gern offen zugibt, eine Beruhigung der Finanzmärkte stand bei den Verhandlungen letzte Woche durchaus auf der Agenda. Auch wenn das, zumindest kurzfristig, gelungen ist, zeigt die Börsengeschichte, dass Kurssprünge, die derart offensichtlich den Stempel „politische Börse“ tragen, oftmals nur von kurzer Dauer sind. Überdies könnten die angefachten Anleihekäufe durch EFSF/ESM als Bumerang fungieren, da auch die milliardenschweren Rettungsschirme irgendwann erschöpft sind und daher Investoren einladen, über kurz oder lang gegen sie zu spekulieren.

Neben den EU-Beschlüssen richten die Investoren ihre Hoffnung jetzt daher vor allem auch auf die Europäische Zentralbank, deren Entscheidung zum Leitzins am Donnerstag erwartet wird. Während eine Zinssenkung noch vor einem Monat als Panikmache vor der Griechenland-Wahl eingestuft worden wäre und von den wenigsten Anlegern erwartet wurde, haben die meisten Investoren Analysten zufolge eine solche mittlerweise bereits eingepreist. Sollte EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag also erneut passiv bleiben, könnte dies die Börsen enttäuschen und den Fokus zurück auf die real existierenden Konjunkturprobleme lenken.

Anleger sollten sich deshalb absichern - etwa indem sie in Währungen außerhalb des Euro-Raums investieren.

CFDs sind Produkte mit Hebelwirkung, die neben der Gewinnchance auch ein Verlustrisiko bergen. Stellen Sie also sicher, dass Sie die damit verbundenen Risiken verstanden haben und einschätzen können.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Online Broker IG kündigt...
Der britische Forex Broker IG kündigte letzte Woche...
Markttrends - 11. Okt, 18:29
Euphorie an der Wall...
Die Sektstimmung an den Börsen der Welt will einfach...
Markttrends - 11. Okt, 18:16
City Update 27. Februar...
Nachdem ein anfänglicher Aufschwung rasch zerfaserte,...
Markttrends - 11. Okt, 18:05
Harte Zeiten für Commerzbank-Aktie
Nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr stimmte...
Markttrends - 11. Okt, 17:49
Geht die Gold-Rally 2013...
Gemäß den Erwartungen der Analysten hat sich das alte...
Markttrends - 11. Okt, 17:30

Links

Suche

 

Status

Online seit 4981 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 30. Dez, 11:56

Credits


Aktien CFD
Anleihen
Europa
EZB
Forex
Großbritannien
Konjunktur
Libor-Skandal
MetaTrader 4
Rohstoffe
Unternehmen
USA
Wirtschaftsüberblick
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren